13.02.2019

Lesung mit Michael Göring am 13. Februar

Stadtbücherei

Am Mittwoch, 13. Februar ab 19.30 Uhr liest Prof. Dr. Michael Göring aus seinem neuen Roman „Hotel Dellbrück“. Göring greift darin erneut zu großen Themen und erzählt sie spannend, einfühlsam und mit leichter Hand: Wie sehr prägt das Schicksal des jüdischen Vaters, der zwischen Schuld- und Hassgefühlen nicht zur Ruhe kommt, seinen Sohn? Wo findet man Heimat? Und wie meistert der Einzelne die Sehnsucht nach Spiritualität und Bindung?

Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Lesecafé der Stadtbücherei. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Karten können im Vorverkauf bei der Stadtbücherei zu folgenden Öffnungszeiten erworben werden: Dienstag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr und Samstag von 10 bis 14 Uhr. Auch Reservierungen sind unter Telefon 51-498 oder hier möglich.

M. Göring_Hotel Dellbrück_Buchcover
M. Göring_Hotel Dellbrück_Buchcover © Osburg Verlag
; © Osburg Verlag

Dezember 1938: Sigmund, 15 Jahre alt, sitzt im Zug nach England. Sigmund ist Jude, Waisenkind, aufgewachsen im Hotel Dellbrück, dem Bahnhofshotel einer westfälischen Kleinstadt. Mit dem Kindertransport kommt er nach Cornwall, wo er von einem methodistischen Ehepaar aufgenommen wird. Hier überlebt er den Krieg und den Holocaust, studiert und wird Lehrer.

1949 entscheidet sich Sigmund für die Rückkehr nach Deutschland. Er unterrichtet an derselben Schule, an der er 12 Jahre zuvor als „Judenlümmel“ schikaniert wurde. Sigmund heiratet Maria, die Tochter des Hoteliers Tono Dellbrück, mit der er vor seiner Flucht nach England aufgewachsen ist. Doch Sigmund fällt es schwer, im Nachkriegsdeutschland heimisch zu werden. Auch sein Sohn Friedemann, der 1955 auf die Welt kommt, ist lange auf der Suche nach Heimat und Bindung. Nach dem Abitur fährt er 1975 mit dem Magic Bus das erste Mal nach Indien, später lebt er eine Zeit in Poona und zieht Anfang der 1990er Jahre mit seiner Freundin Cleo nach Australien.

Der Ankerpunkt in Deutschland bleibt das alte Hotel Dellbrück. Als Frido 2018 auf Besuch in Deutschland vor dem Hotel steht, ist es ein Flüchtlingswohnheim. Unerwartet stark empfindet der jetzt 63-jährige die Kräfte des Ortes, der ihn und seinen Vater einst so sehr geprägt hat. Der Gang durch das ehemalige Hotel verändert Fridos Leben.